… im Schweizer Wald gegen eine Halbe Milliarde Bäume stehen. (1)
 
… vor 400 Millionen Jahren krautige Gewächse als erste Landpflanzen der Erde aufkamen. (2)
 
… vor 200 Millionen Jahren die Vegetation der Erde von übermannshohen Schachtelhalmen geprägt war. (2)
 
… bereits vor 30 Millionen Jahren in Mitteleuropa Vorläufer oder Verwandte sämtlicher Baumarten vorkamen, die heute noch natürlicherweise hier wachsen. (2)
 
… nach dem Ende der Eiszeiten die Baumarten aus eisfreien Rückzugsgebieten im Westen und Osten um die Alpen herum nach Mitteleuropa zurückwanderten. (2)
 
… sich in Mitteleuropa erst vor rund 10'000 Jahren ungefähr die heutigen Temperaturen einstellten und sich in der Folge die Wälder ausbreiteten. (2)
 
… sich in Mitteleuropa vor rund 5’000 Jahren die Buche stark auszubreiten begann. (2)
 
… Eiben ein Alter von 2’000 bis 3’000 Jahren erreichen können, Birken dagegen nur 100 bis 150 Jahre. (3)
 
… in der Schweiz gegenwärtig die Waldfläche jährlich um 0.4 Prozent zunimmt, was der Fläche des Thunersees entspricht. (4)
 
… durch die Ausbreitung des Waldes vor allem in den Bergen auch wertvolle Wiesen und Weiden mit grosser Vielfalt und seltenen Arten verloren gehen. (1)
 
… fast jede zweite in der Schweiz vorkommende Tier- und Pflanzenart auf den Wald angewiesen ist. (4)
 
… der Wald eine grosse Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in der Schweiz hat und nach wie vor zu den natürlichsten Ökosystemen unseres Landes gehört: 57 Prozent aller Bestände sind naturnah aufgebaut, und nur 10 Prozent sehr naturfern. (1)
 
… der Mangel an strukturreichen Wäldern viele Arten bedroht: Der Schweizer Wald ist zu dicht und eintönig. Es fehlen Verjüngungsflächen, ökologisch hochwertige Waldränder, Überschwemmungsflächen und Totholz. (1)
 
… der Schweizer Wald Europarekord hält mit 80 Prozent natürlicher Ansamung im Jungwald. (1)
 
… es im Schweizer Wald besonders schlecht aussieht für die Bewohner von Feuchtwäldern: Entwässerungen und Rodungen reduzierten diese artenreichen Waldtypen auf einige kümmerliche Reste. Viele Arten sind bedroht, weil die typischen periodischen Überschwemmungen ausbleiben. (1)
 
… sich ab dem Ende des Mittelalters die europäischen Städte durch Flösserei über grosse Distanzen mit Holz versorgten und der Holzhandel mit den Niederlanden einer der bedeutendsten Handelszweige wurde. (2)
 
… ab dem ausgehenden Mittelalter in den mitteleuropäischen Wäldern zahlreiche Gewerbe aufkamen wie Gerberei, Glaserei, Harzerei, Köhlerei, Salzpfannen, etc. und damit ein grosser Holzverbrauch verbunden war. (2)
 
politische Gemeinden, Bürgergemeinden, Korporationen und Genossenschaften heute zusammen zwei Drittel des Schweizer Waldes besitzen. (1)
 
… es erlaubt und im Schweizerischen Zivilgesetzbuch verbrieft ist, sowohl den öffentlichen als auch den privaten Wald zu betreten. (5)
 
… sich die Hälfte der Schweizer Bevölkerung wöchentlich mindestens einmal im Wald aufhält. (5)
 
… sich in den Volkssagen in allen Landesgegenden, oft auch in verschiedenen Weltgegenden, bestimmte Motive wiederholen: Frevel, Gefahren des Holzfällens, Grenzbetrug, übermenschliche Kräfte, Zwerge, Erdmännchen, Feen, Hexen, Teufel, Geister, Lichter, feurige Männer, das Totenvolk, Drachen, Bären, Jäger, heilige Pflanzen, die Waldesstille, der Baum als Sitz der Seele, etc.
 
… im Schweizer Wald die Fichten, Weisstannen und Buchen zusammen einen Anteil von 80 Prozent am Holzvorrat haben. (1)
 
… der Holzvorrat im Schweizer Wald pro Jahr um beinahe ein Prozent zunimmt und Stürme die Vorratszunahme kaum bremsen. (1)
 
… seit Jahrzehnten im Schweizer Wald mehr Holz nachwächst, als geschlagen wird und gegenwärtig nur 70 Prozent des Holzzuwachses genutzt werden. (1)
 
… die heute genutzte Menge Energieholz der Schweiz jedes Jahr so viel Heizöl erspart, wie 350 Güterzüge fassen würden. (1)
 
… schon in naher Zukunft 5 Millionen Kubikmeter Holz aus dem Wald und der Holz verarbeitenden Industrie energetisch genutzt werden könnten – doppelt so viel wie heute. Diese Entwicklung könnte noch weitergehen, denn das theoretische Potenzial beträgt sogar rund 7 Millionen Kubikmeter. (1)
 
… Holz konkurrenzfähiger wäre, wenn sich bei Substitutionsprodukten wie Beton, Stahl oder Erdöl die Umweltkosten in ihren Preisen niederschlügen. (1)
 
… mehr als die Hälfte des im Schweizer Wald gebundenen Kohlenstoffs im Waldboden und in den Wurzeln enthalten sind. (1)
 
… im Jahr 2000 rund 75'000 Tonnen Stickstoff über die Luft auf der Fläche der Schweiz abgelagert wurden und im Vergleich zum benachbarten Freiland die Ablagerungen im Wald meist höher sind, weil Bäume Schadstoffe aus der Luft herausfiltern. (1)
 
… sich seit den 1940er - Jahren der Eintrag von Stickstoff - Verbindungen aus der Luft in den Wald nahezu verdreifacht hat: Mit durchschnittlich 30 Kilogramm pro Hektare und Jahr liegt die Belastung deutlich über der Limite von 10 bis 20 Kilogramm, die der Wald natürlicherweise verkraften könnte. (1)
 
ein Viertel unserer Wälder direkt Dörfer, Häuser, Strassen und Eisenbahnlinien vor Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und Murgängen schützt. Die Pflege dieser Schutzwälder kommt um ein Mehrfaches billiger als künstliche Schutzbauten zu errichten. (1)
 
… die Schutzwirkung des Schweizer Waldes heute von verschiedenen Seiten gefährdet ist. Zu nennen sind vor allem fehlende Verjüngung und die überalterten Baumbestände. Solche Mängel führen unter anderem dazu, dass die Wälder anfälliger sind bei Stürmen.(1)
 
… in der Schweiz rund 30'000 Personen ein Jagdpatent besitzen. Mit ihrer Beute decken sie rund ein Drittel des in der Schweiz verzehrten Wildfleisches. (1)
 
… Bienen in der Schweiz pro Jahr 550 Tonnen Waldhonig im Wert von 10 Millionen Franken produzieren. (1)
 
… die Schweizer Bevölkerung jährlich gegen 450 Tonnen Pilze im Wert von 9 Millionen Franken in unseren Wäldern sammelt. (1)
 
… in den Wäldern der Schweizer Alpensüdseite jeder fünfte Baum eine Edelkastanie ist. (6)
 
… im Tessin und Misox 105 Namen für Sorten der Edelkastanie bekannt sind und 55 dieser Sorten heute noch im Wald gefunden wurden. (6)
 
… dass Schweizer Kastanien im Rahmen eines Projektes der Pro Specie Rara vermehrt vermarktet werden. (6)
 
… die Schweizer die grössten Konsumenten von gebratenen Kastanien („Marroni“) sind und mit diesem Produkt 12 Millionen Franken Umsatz pro Jahr gemacht werden. (6)
 
… in der Normandie Dächer mit 120-jährigen Schindeln aus Kastanienholz bestehen. (6)
 
… es im Tessin zwei Kastanienlehrpfade gibt: im Malcantone und in der Valle di Muggio. (7), siehe http://www.sbt.ti.ch/bcb/home/drt/dossier/castagno/completo.html
 
… die Wald- und Holzwirtschaft in der Schweiz jährlich einen Umsatz von 7 Milliarden Franken erwirtschaftet. Dies ergibt einen Anteil am Volkseinkommen von 1.6 Prozent. (1)
 
… seit dem Beginn einer grossangelegten SUVA-Kampagne in den Jahren 1990 bis 2000 die Anzahl an Berufsunfällen in Schweizer Forstbetrieben um 40 Prozent gesunken ist. (1)
 
… der geschätzte Erholungswert des Schweizer Waldes für die gesamte Bevölkerung über 10 Milliarden Franken pro Jahr beträgt. Diesen Freizeitnutzen haben Forscher auf der Basis von Ergebnissen einer landesweiten Befragung mit hilfe des Reisekostenansatzes ermittelt. (7)
 
… eine Nationalfondsstudie von 1988 die Schutzwirkung der Schweizer Bergwälder mit rund 4 Milliarden Franken pro Jahr bewertet. Im Alpenraum schützen sie insgesamt 7'000 Hektaren tiefer gelegene Siedlungs- und Infrastrukturzonen sowie unzählige Verkehrswege vor Naturgefahren. (7)
 
… der wirtschaftliche Nutzen der Schweizer Landschaft für den Tourismus mit mindestens 2,4 Milliarden Franken pro Jahr bewertet wird. Diese Summe basiert auf der Zahlungsbereitschaft von Städtern und Landschaftstouristen. (7)
 
… die öffentlichen Wasserwerke der Schweiz jährlich 80 Millionen Franken an Aufbereitungskosten sparen, weil das Rohwasser aus Quellen und Pumpbrunnen so sauber ist, dass sie etwa 400 Millionen Kubikmeter Trinkwasser ohne jegliche Behandlung in ihre Leitungsnetze einspeisen können. (7)

Quellen

(1)Küster, Hansjörg: Geschichte des Waldes. Verlag C.H. Beck, München 1998
(2)UMWELT Natürliche Ressourcen in der Schweiz 01/2009. Bundesamt für Umwelt BAFU, 2009
(3)Otto, Hans-Jürgen: Waldökologie. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1994
(4)www.wsl.ch/forschung/forschungsprojekte/inwertsetzung_erholung/index_DE (März 2009)
(5)Waldprogramm Schweiz, BAFU 2008
(6)Federlegno, 2009
(7)WSL/BAFU: Waldbericht 2005

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