VIELFUNKTIONENWALD BONFOL
So wird hier ein nachhaltiges Waldprojekt realisiert
„Imbriqué en France“ liegt im Osten der Ajoie das 700-Seelendorf Bonfol. Die ausgedehnten Wälder der Gemeinde erfüllen – ausser dem Schutz vor Naturgefahren – die verschiedensten Funktionen.
Nebst seiner bewegten Geschichte an der Landesgrenze sind die Geschicke von Bonfol durch den Lösslehm geprägt, welcher die geologische Unterlage bildet. Einst eigentliches Töpferdorf mit 53 Töpferfamilien, pflegen heute noch ein Töpferatelier und das musée de la poterie die Kunst der Töpferei. In den Tongruben haben die prince-evêques von Porrentruy Karpfenteiche angelegt, welche heute artenreiche Biotope von nationaler Bedeutung bilden. Weniger rühmlich war die Nutzung einer der Tongruben als Sondermülldeponie durch die Basler Chemie, heute ein aufwändiger Sanierungsfall.
Auf dem Lösslehm gedeihen auch wunderschöne Eichenwälder und Schwarzerlenbestände, die bedeutendsten im Schweizer Jura.
Gemeindeförster Pascal Girardin vertritt seit Jahren die Interessen des Waldes, der Bevölkerung und der Natur: als engagierter Waldbauer, als Förderer des sehr seltenen Mittelspechtes, als Leiter des kommunalen Forstbetriebes, als ehemaliger Gemeinderat für das Ressort Umwelt und als Initiant von vier didaktischen Pfaden, welche in den letzten zehn Jahren durch eine Gruppe Freiwilliger aus dem Dorf und der nächsten Umgebung liebevoll gestaltet wurden.
Jedes Jahr zelebriert die Bevölkerung am Tag nach Auffahrt das Fest zu Ehren des St-Fromont, welcher im 7. Jahrhundert das Gebiet von Bonfol urbar machte und als Heiler von Mensch und Tier Segen ins Land brachte. Die scheinbar verlassene Gegend ist heute mehr denn je Kraftquelle für Erholungssuchende und Interessierte aus der ganzen Schweiz und aus dem nahen Ausland.



